Methoden zur Strukturierung und Visualisierung

Aus einem Forschungsprojekt der Universität North Carolina (USA) entstand 1972 eine Methode zu Strukturierung und Visualisierung als umfassendes und lebensbegleitendes System von Diensten und Hilfen für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte. Ziel des Programmes ist die enge Vernetzung und Zusammenarbeit aller Beteiligten sowie die gemeinsame Erstellung und Umsetzung von Förderplänen. Dieses Konzept versteht sich daher nicht als einzelne Therapiemethode, sondern ist ein ganzheitliches pädagogisches Rahmenkonzept, das den Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung als Individuum betrachtet und alle einbezieht, die zur Förderung dieses Menschen beitragen. Der Fokus liegt dabei auf den Stärken, Interessen und Ressourcen und nutzt diese zum Ausgleich von bestehenden Schwächen.

Kernmerkmal des Konzeptes ist die Visualisierung von Tätigkeiten/Handlungen, Raum und Zeit, Arbeitsmaterial und -abfolgen sowie sozialer Regeln. Damit unterstützt das Lern- und Arbeitsprinzip die eigene Unabhängigkeit von anderen einfach und wirkungsvoll.

Nach dem Leitsatz „So viel Struktur wie nötig – so wenig wie möglich“ wird zunächst eine genaue Analyse erstellt, in welchen Bereichen der jeweilige Klient Unterstützung durch Struktur braucht. Unterschieden wird hierbei räumliche und zeitliche Struktur sowie die Strukturierung von Material und Instruktionen (Was soll getan werden?, Wie?, Wo?, Wie lange?, Wann ist es fertig? usw.). Zusätzlich sind Strukturierungshilfen sowohl für (größere) Gruppen als auch für einzelne Personen einsetzbar. Entsprechend angepasst wird diese Methode daher z. B. auch in Schulen und Wohneinrichtungen oder Werkstätten häufig genutzt, um die Aufschlüsselung der Aufgaben und Abläufe (z. B. Körperpflege, Ankleiden, Einkäufe) oder Absprachen zu visualisieren.