Sensorische Integrationstherapie

Sensorische Integration (SI) bedeutet Wahrnehmungsverarbeitung. Sie ist dafür verantwortlich, dass das Kind mit seinem Nervensystem die aufgenommenen Informationen aus den Sinnessystemen so für sich nutzen kann, dass es situationsangemessen handeln kann (angemessene Reizfilterung). Ist der Prozess der Informationsverarbeitung im Nervensystem jedoch gestört, werden sowohl Lernen als auch Handeln schwierig, Fehler werden nicht bemerkt und somit fehlen wichtige Erfolge. Die Sensorische Integrationstherapie hilft die Aufnahme der Sinneswahrnehmung zu strukturieren und unterstützt die Vernetzung der Wahrnehmungsverarbeitung im Gehirn, damit das Kind eine verbesserte Handlungskompetenz erzielen kann. Sie hilft dem Kind dabei, selbst erfolgreich zu sein, selbstsicherer zu werden, eine emotionale Stabilität zu erlangen und ermöglicht soziales Lernen.

Fast alle Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung haben Schwierigkeiten mit der Wahrnehmungsverarbeitung. Die Sensorische Integrationstherapie unterstützt sie dabei, Reize besser zu filtern und sich somit leichter auf bestimmte Aufgaben konzentrieren zu können. Zudem wird die Körperwahrnehmung, die Selbstständigkeit, die Handlungs- und Bewegungsplanung wie auch Sprache, Kommunikation und soziale Kompetenz gefördert. Außerdem wird durch diese Therapieform die grob- und feinmotorische Entwicklung geschult.

In der Sensorischen Integrationstherapie wird vorwiegend an den Basissystemen (propriozeptiv, vestibulär und taktil) gearbeitet.
Durch die spielerische Gestaltung der Therapieeinheiten entwickeln die Klienten eine intrinsische Motivation, welche sie zu Erfolgen führt. Hierbei werden Bewegungsparcours und -spiele (klettern, rutschen, krabbeln, balancieren, Rollbrett fahren u. v. m.), sportliche Aktivitäten (z. B. Ballspiele, Wettkämpfe, Bodenübungen) oder auch gestalterische sowie handwerkliche Arbeiten genutzt (Ton, Knete, Fingerfarbe usw.). Die unterschiedlichen Materialien und Geräte helfen dem Klienten beispielsweise, seine Stütz- und Gleichgewichtsreaktionen zu verbessern. Im Alltag kann der Klient anschließend darauf zurückgreifen und stolpert dadurch z. B. seltener, weil er sein Gleichgewicht besser halten kann.